Schritt für Schritt Anleitung
Diese Methode kann begleitend über einen ganzen Veränderungsprozess zur Unterstützung des Projektziels oder aber auch im normalen Arbeitsprozess eingesetzt werden. Ein professioneller Berater ist bei dieser Methode üblicherweise nicht anwesend. Alle Teilnehmer, außer dem Fallgeber, werden zu Beratern und nehmen eine aktive Rolle ein. Die Beratungsrollen und Aufgaben werden zu Beginn der Session verteilt. Gerade bei Teilnehmern mit weniger Erfahrung ist es empfehlenswert, den Prozess möglichst genau einzuhalten, um nicht in gewohnheitsmäßige Verhaltens- und Rollenmuster zu fallen.
Die Kollegiale Beratung hat sechs Phasen, die zeitlich klar umrissen sind.
- (5 min) In der ersten Phase, dem Casting, werden die Rollen für das erste Beratungsanliegen innerhalb der Gruppe verteilt.
- Moderator  => er führt durch das Meeting
- Fall-Einbringerer => er bringt einen aktuellen Fall ein
- Berater => beraten den Falleinbringer
- Schriftführer => er/sie notiert für alle sichtbar die Schlüsselfrage, zu der der Falleinbringer beraten werden möchte
- Zeitnehmer => er /sie achtet auf die Einhaltung der Zeiten in den jeweiligen Phasen.
Sowohl Schriftführer als auch Zeitnehmer können gleichzeitig auch Berater sein. Lediglich der Moderator geht nicht in die Rolle eines Beraters.
- (5-10 min) Die zweite Phase ist die Spontanerzählung in der der Moderator den Fallerzähler bittet, in Kürze seine Situation zu beschreiben, sodass die anderen Teilnehmer erfahren, worum es geht. Der Moderator unterbricht den Fallerzähler gelegentlich durch vertiefende Fragen und durch kurze Zusammenfasungen in eigenen Worten.
- (5min) In der dritten Phase wird der Fallerzähler aufgefordert, eine Frage zu benennen, die zur Schlüsselfrage für die Beratung wird. Der Moderator unterstützt diesen Prozess aktiv. Der Schriftführer notiert die Schlüsselfrage.
- (5 min) Methodenwahl: Bei der vierten Phase einigt sich die Gruppe auf eine Beratungsmethode aus der Sammlung an Beratungsmodulen, mitder sich die Schlüsselfrage bearbeiten lässt.
- (10-15 min) In der fünften Phase, der Beratungsphase, sammeln die Berater zur Schlüsselfrage des Fallerzählers und in der Formulierung passend zur gewählten Beratungsmethode ihre Ideen.
- (5 min) In der sechsten Phase, dem Abschluss, erhält der Fallerzähler noch Gelegenheit, zu den Beiträgen der Berater Stellung zu nehmen und ein Resümee zu ziehen.
| Phase | Zeit | Leitfragen | Was passiert hier? | Wer ist aktiv? |
|---|---|---|---|---|
| 1. Casting | 5 | Welche Fälle sind da? Wer übernimmt welche Rolle? | Die Rollen werden besetzt: Moderator, Fallerzähler, Berater. Fallerzähler, Moderator und Berater nehmen ihre Rollen ein. | Teilnehmer benennen ihre Anliegen; ein Fall wird ausgewählt; anschließend Moderator, Fallerzähler und die anderen Rollen werden besetzt. |
| 2. Spontanerzählung | 5-10 | Worum geht es? Wie stellt sich die Situation für den Fallerzähler dar? | Der Fallerzähler schildert die Situation, die ihn beschäftigt. Alle Teilnehmer haben den Fall weitgehend verstanden. | Der Fallerzähler berichtet und wird dabei vom Moderator begleitet. |
| 3. Die Schlüsselfrage | 5 | Welchen Klärungswunsch hat der Fallerzähler in Bezug auf seine Situation? | Der Fallerzähler benennt seine Schlüsselfrage. Alle Teilnehmer haben die Schlüsselfrage des Fallerzählers verstanden. | Der Fallerzähler formuliert eine Schlüsselfrage und wird dabei vom Moderator unterstützt. |
| 4. Methodenwahl | 5 | Welche Beratungsmethode wählen wir aus? | Eine Methode aus dem Methodenpool (Hypothesenbildung, Brainstorming etc.) wird gewählt. Die Methode zur Bearbeitung der Schlüsselfrage steht fest. | Der Moderator leitet die Auswahl an, Fallerzähler und Berater machen Vorschläge. |
| 5. Beratung | 10-15 | Was geben wir dem Fallerzähler in Bezug auf seine Schlüsselfrage mit? | Die Methode findet ihre Anwendung, die Berater äußern ihre Ideen. Der Fallerzähler hat Ideen und Anregungen gemäß der Methoden erhalten. | Die Berater beraten im Stil der gewählten Methode, ein Sekretär schreibt mit. |
| 6. Abschluss | 5 | Was nimmt der Fallerzähler aus der Kollegialen Beratung mit? | Der Fallerzähler resümiert das Gehörte und nimmt abschließend Stellung. | Der Fallerzähler zieht Bilanz und bedankt sich. |
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Weitere Quellen
Tietze, Kim-Oliver: Kollegiale Beratung. Problemlösungen gemeinsam entwickeln, Rowohlt: 2003.
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Kreativitätsmethoden




